Donnerstag, 2. August 2012

Grünes Licht für Rock am Ring – Auch im nächsten Jahr wieder am Nürburgring


ROCK AM RING / Rock im Park 2013
7. bis 9. Juni 2013 / Nürburgring Eifel / Nürnberg

(01. August 2012). Die Unsicherheit um Deutschlands populärstes Open-Air Festival Rock am Ring ist beendet! Die Verantwortlichen gaben nunmehr grünes Licht für die Neuauflage vom 07.-09. Juni 2013.

Monatelange Zweifel konnten jetzt endlich aus dem Weg geräumt werden. Der Sanierungsgeschäftsführer der Nürburgring GmbH Prof. Dr. Dr. Thomas B. Schmidt und NAG-Geschäftsführer Jörg Lindner bestätigten die Vertragsverlängerung für Rock am Ring für zunächst zwei Jahre.

Veranstalter Marek Lieberberg, der das dreitägige Kult Festival seit 1985   am Nürburgring organisiert, äußerte seine Erleichterung über die positive Entscheidung. „Wir sind glücklich darüber, dass der historische Standort dieses herausragenden modernen Musikereignisses für die internationale Fangemeinde erhalten bleibt.“

Jörg Lindner und Kai Richter von der Betreibergesellschaft Nürburgring Automotive GmbH gaben ihrer Freude über die Terminbestätigung Ausdruck und fügten hinzu: „Wir hoffen auf ein beispielhaftes Festival, das erneut Maßstäbe setzt.“
Die Eintrittskarten für Rock am Ring und Rock im Park 2013 werden ab Mittwoch, 08. August exklusiv über CTS Eventim (www.eventim.de)  und die daran angeschlossenen Vorverkaufsstellen erhältlich sein. Das Frühbucherticket für alle drei Tage kostet 150,00 Euro (Rock am Ring) bzw. 145,00 Euro (Rock im Park). Hierin sind Vorverkaufsgebühr, Campen und Parken sowie rückzahlbares Müllpfand von 5,00 Euro enthalten. Hinzukommen CTS-Gebühr und evtl. Versandkosten. Rock am Ring 2012 war mit knapp 90.000 Tickets bereits vier Monate vorher restlos ausverkauft.  (Pressemitteilung bb promotion)

Dienstag, 31. Juli 2012

Saar-Grüne: Zwischen Hoffen und Bangen

Interessanter, kleiner Artikel, den die SZ heute auf der Saarlandseite an den Fuß des Aufmachers gestellt hat. Im Rahmen der Berichterstattung über die morgige Amtseinführung des Nalbacher Bürgermeisters Peter Lehnert, der zwar Grüner ist, sich allerdings als unabhängiger Kandidat hat wählen lassen, bangt Saar-Grünen-Vize Simone Peter, dass dies Schule machen könnte.

Gerade vor dem Hintergrund, dass sich Lehnert während der Wahl explizit von Saar-Grünen-Chef Hubert Ulrich distanziert hatte, befürchtet Peter, dass auch andere „Grüne“ auf die Idee kommen könnten, gerade durch eine betonte Distanz zur Landesspitze der Grünen auf kommunaler Ebene punkten zu können. Ebenso wie Lehnert, der laut eigener Aussage (SZ vom 31. Juli 2012, Seite B1) Probleme mit dem Machtverständnis von Hubert Ulrich habe, wird es wohl auch Simone Peter ergehen, die nach dem knappen Einzug der Landesgrünen in den Landtag mit unter 200 Stimmen über der Fünf-Prozent-Hürde anschließend von der „Basis“ nicht in die Dopppelspitze der Saar-Grünen an die Seite Hubert Ulrichs gewählt wurde. Nachdem sich Ulrich und Peter außerdem nicht auf den Fraktionsvorsitz der Zwei-Personen(!)-Fraktion der Grünen im Landtag einigen konnte – schließlich geht es hier ja auch um ein paar Euro mehr im Säckel – und sich die beiden den Posten und damit die zusätzlichen Zahlungen fifty-fifty teilten – erst Hubert Ulrich für 2,5 Jahre, dann Simone Peter für die restlichen 2,5 Jahre – sollte das Verhältnis zwischen Ulrich und Peter nicht unbedingt von inniger Liebe geprägt sein.

Während sich die Grünen auf Bundes- und auf anderen Landesebenen im komfortablen zweistelligen Bereich in der Wählergunst bewegen, sind die Saar-Grünen unangefochtenes Schlusslicht unter allen alten Bundesländern, obwohl sie kurzzeitig sogar an der Regierung beteiligt waren…  Für die meisten Saarländer wird es allerdings kaum noch zu übersehen sein, dass Ulrichs Grüne eher wie ein Selbstzweckverband anmuten, denen es mutmaßlich nur noch um den eigenen jämmerlichen Machterhalt und um Posten ging und geht. Auf die Art und Weise hält man sich zumindest den ein oder anderen Fürsprecher warm und in der Pflicht.

Konsequent in einer (zugegeben nicht mehr vorhandenen) Tradition glaubwürdiger Politik wäre es gewesen, wenn sich Ulrich nach dem Fast-Debakel der Landtagswahlen aus der Saarpolitik zurückgezogen hätte. Zumal der endgültige und knappe Einzug der Grünen in den Landtag gewiss nicht seiner Leistung sondern eher der geringen Wahlbeteiligung zuzuordnen war. Das System Hubert Ulrich besteht dennoch weiter. Doch wofür engagiert es sich dann eigentlich? Eine Frage, die sich vielleicht auch der ein oder andere Grüne an der so hoch gehängten Basis stellen mag.

Und so scheinen nicht alle Grünen im Saarland ihrem Landesvorsitzenden wirklich grün zu sein, wie Nalbach aber auch Losheim und Weiskirchen zeigen. Und so mag Frau Peter hier auch möglicherweise das eine sagen, aber doch das andere hoffen. Wenn sie sagt „Ich befürchte, das könnte Schule machen“ und „eine strukturelle und personelle Erneuerung“ der Landespartei in der SZ (31.07.2012) fordert, so verleiht sie möglicherweise hier nicht einem Bangen sondern einer Hoffnung Ausdruck.

Mit solch „bangen“ Aussagen, macht sie sich Hubert Ulrich mit Sicherheit nicht zum noch größeren Freund, aber wer möchte das schon?  Es sei denn man ist ein Saar-Grüner und hat da, wo andere Gehirn und Gewissen haben, ein Parteibuch. Es bleibt in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass Frau Peter  das System Hubert Ulrich inzwischen hoffentlich soweit kennen gelernt hat, dass ihr klar sein muss, dass sie noch lange nicht die zweite Halbzeit und damit den Fraktionsvorsitz im Landtag erreicht hat. Bis dahin läuft noch viel Wasser die Saar herunter und einfach zu hoffen, dass Herr Ulrich nach 2,5 Jahren wie versprochen den Fraktionsvorsitz für sie räumt, wäre naiv. Für Simone Peter ist zu hoffen, dass sie das nicht ist…

Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit und die Hoffnung stirbt zuletzt. Politik ist Krieg und Bange machen, gilt nicht!

jolx 310712

Montag, 30. Juli 2012

Schade!


Pressemitteilung 30.07.2012


KulTour schließt ihre Pforten

Zum 01.08.2012 schließt die KulTour GmbH, Berliner Promenade 12 in Saarbrücken ihre Pforten. Die durch die Insolvenz des Tourneeveranstalters der Royal Horse Gala angeschlagene Veranstaltungsagentur mit angeschlossener Vorverkaufsstelle kann diese Finanzlücke nicht füllen und geht nun auch in das Insolvenzverfahren. Das zuständige Amtsgericht Saarbrücken hat das Verfahren mit Beschluss vom 30.07.12 eröffnet und den Saarbrücker Rechtsanwalt Jan-M. Lippe, Bahnhofstraße 101, 66111 Saarbrücken zum Insolvenzverwalter bestellt.

Die direkt betroffenen und zeitlich naheliegenden Veranstaltungen Royal Horse Gala und Nabucco in Siersburg am 05. August fallen aus. Die Kartenkäufer können Ihre Ansprüche beim Insolvenzverwalter geltend machen.

Aber es gibt auch gute Nachrichten für die Konzertkunden: Die KulTour GmbH hat sich trotz der schlechten Prognosen bemüht, dass die Konzertbesucher so wenig wie möglich Schaden erleiden. So werden alle geplanten und nachfolgend aufgeführten Veranstaltungen stattfinden: Sascha Grammel am 23.08, Udo Jürgens am 18.10. , Helene Fischer am 23.11., Eure Mütter am 08.12., Hansi Hinterseer am 14.12., Chinesischer Nationalcircus am 16.12. & 03.03.13, Abba Gold am 27.12., Magic of the Dance am 28.12., The Fantastic Shadows – Welt der Schatten am 29.12., Die Nacht der 5 Tenöre am 09.01.13, Kastelruther Spatzen am 24.01.13, Shadowland am 17.03.13, Die Schlagernacht am 20.03.13 und Gregorian am 15.04.13.

Für alle diese Veranstaltungen behalten die bereits gekauften Tickets ihre Gültigkeit. Für diese Veranstaltungen haben sich andere Veranstalter gefunden, die diese Shows und Konzerte weiterführen.

Die KulTour GmbH bedankt sich an dieser Stelle bei allen Veranstaltungskollegen, Tourneeveranstaltern, bei der CCS, bei Freunden des Unternehmens und den Medien, die in dieser Situation mit Rat und Tat zur Seite gestanden und Unterstützung geleistet haben, damit die Konzertkunden so wenig wie möglich in Mitleidenschaft gezogen wurden. Außerdem bedankt sich die KulTour GmbH bei allen Ihren Kunden, die über Jahre ihre Konzerte und Veranstaltungen besucht haben und/oder Kunden in der Vorverkaufsstelle Berliner Promenade waren.

Mit freundlichen Grüßen
Das Team der KulTour GmbH

Mittwoch, 25. Juli 2012

SchwachsInn!

Liebe selbsternannte Wachpostinnen und Wachposten jenseits der Grenzen des Erträglichen,


heute musste ich in diversen Tageszeitungen, Magazinen, ja, sogar im Internet erneut Überschriften und Berichte lesen, in denen die Rede war von "einem Unbekannten", der Autos demoliert habe oder davon, dass die Polizei "den Mörder" suche, sogar von "dem gierigen Bänker" war die Rede.

Von solchen Zeitungsartikeln fühle ich mich als Mann diskriminiert. Warum sucht die Polizei nur "den Mörder" und nicht etwa die mögliche "Mörderin" bzw. nur "einen Unbekannten", der Autos demoliert und nicht "eine Unbekannte". Und schränken solche Vorgehensweisen nicht auch die eigentlich ergebnisoffenen Ermittlungen ein? Warum, so frage ich, sollen nur Bänker gierig sein und nicht auch Bänkerinnen. Womöglich, weil man/frau sonst keine einzeiligen Überschriften mehr hingbekommt? Man/frau glaubt es kaum...

Ich wollte daraufhin meine Männerbeauftragte bzw. meinen Männerbeauftragen anrufen, musste aber irritierend alleingelassen feststellen, dass es so etwas gar nicht gibt!?

Deshalb wende ich mich jetzt direkt an Sie, liebe gender-getriebenen Sprachneugestalterinnen und -gestalter.
Wenn schon, denn schon: "Unbekannte/r TäterIn verkratzt Fahrzeug von AutofahrerIn. Wie der/die PressesprecherIn der Polizei mitteilte... lalala"

In diesem Zusammenhang wollte ich übrigens noch allen Gutfrauen und -männern für das große "I" mitten im Wort danken. Macht kaputt, was Euch kaputt macht... in diesem Fall das geschriebene Wort.

Möge der/die Große, Grüne MurkelrumpfIn Euch bei der - hoffentlich im Sitzen erfolgenden - Verrichtung Eurer Noturft treffen.

Es hätte so schön einfach und vor allem klar bleiben können... Aber in einer Zeit in der die Form ohnehin über dem Inhalt steht, sind solch groteske Sprachvergewaltigungen eigentlich nichts weiter als Ausdruck des allgemein vorherrschenden SchwachsInns. 

In diesem UnsInne
Eure/Euer Hullihulli    

Montag, 7. Mai 2012

Selbständige fordern eine kurzfristige gesetzliche Regulierung zur Senkung der überzogenen Dispo-Zinsen

Berlin, 07.05.2012. Der Europaverband der Selbständigen – Deutschland (ESD) e.V. fordert die Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner auf, die von ihr eingeleitete Untersuchung zum Verhalten der Banken bezüglich der überhöhten Dispo-Zinsen zu beschleunigen und kurzfristig regulierend einzugreifen.


Kuni L. Both
Präsident des ESD
„Wer sein Konto ein ganzes Jahr konstant um 1.000 Euro überzieht, zahlt bei einem Dispo-Zins von 15,5 % rund 164 Euro. Für eine Anlage in gleicher Höhe und mit gleicher Laufzeit erhalten Sie mit Glück etwa 5 Euro Guthabenszins, obwohl die Kreditinstitute das Geld zu einem historisch niedrigen Zinssatz von nur 1,0 Prozent von der Europäischen Zentralbank leihen können. Das ist mehr als unanständig und kann durchaus als Wucher bezeichnet werden!“, so Kuni Ludwig Both, Präsident des Europaverbandes der Selbständigen – Deutschland und weiter „Man muss sich einmal vor Augen führen, dass die deutschen Geldinstitute mehr beim Dispo kassieren als die angeschlagenen Banken in den Krisenstaaten Griechenland und Portugal, die mit erheblichen Refinanzierungsproblemen zu kämpfen haben.“



„Nachdem die Banken nicht zur Einsicht gekommen sind, dass es nicht vertretbar ist, einseitig die Vorteile der erheblichen Zinssenkung der Zentralbank einzukassieren, fordern wir den Gesetzgeber nachdrücklich auf, kurzfristig regulierend in den Bankensektor einzugreifen und den Überziehungszins, im Sinne des Verbraucherschutzes auf maximal 5 % über dem Leitzinssatz festzuschreiben“, so Both.

Mittwoch, 25. April 2012

Saarland-Pfalz, na unn?

Quelle: wikimedia.org
Unisono hat sich die neue große Koalition an der Saar quasi als erste Amtshandlung für den Erhalt eines eigenständigen Saarlands ausgesprochen. Das habe oberste Priorität.
Unter normalen Umständen würde ich den beiden Regierungsparteien, die jetzt schon in der Öffentlichkeit den Elan eines alten Ehepaar versprühen, Populismus vorwerfen. Populismus unterstellt aber, dass man den Willen des Volkes kennt. Dass dem nicht so ist, hat die große Koalition allein schon durch ihre bloße Existenz bewiesen.

Tatsächlich klebt einem doch die Frage, ob das Saarland keine andere Probleme hat, wie in alter Lutscher auf der Zunge? Mal ganz abgesehen davon, dass sich die rund 1 Millionen Saarländer (Tendenz fallend) nicht nur ein eigenes Landesparlament, sondern auch noch sechs voll personell ausgestattete Landkreise leistet, ist es denn tatsächlich so, dass der Saarländer seine Identität verliert, wenn er nicht mehr ein Bundesland nur für sich alleine hat. Diesen Luxus lässt sich das Saarland, also wir Steuerzahler, einiges Kosten. Dabei könnte eine Zusammenlegung der Bundesländer Saarland und Rheinland-Pfalz viel Geld sparen, was dann den Menschen der Region zugute käme und nicht mehr, wie bis dato, überflüssigen politischen Beamten und Berufspolitikern.

Sich ernsthaft über eine Zusammenlegung der Bundesländer Gedanken zu machen, wäre ein echter Ansatz zu einer effektiven Schuldenbremse. Jeder, der behauptet, sparen zu wollen, diese Variante aber kategorische ausschließt, macht sich in meinen Augen unglaubwürdig, doktert an Symptomen herum und will in Wahrheit nur seine eigenen Besitzstände wahren.

Denn wer hat im Endeffekt am meisten davon, wenn das Saarland erhalten bleibt? Nicht der Saarländer als solcher, nein, eben die Parlamentarierer und politischen Beamten in ihren Landes- und Kreis-Parlamenten, in ihren Ministerien und Referaten, die, so viel ist sicher, bei einer Zusammnelegung massiv dezimiert würden. Netter Versuch, hier an ein falsch verstandenes Wir-Gefühl der Saarländer zu appellieren.
Mit lyonerschwerer Grabesstimme redet die Politik von der Notwendigkeit eines eigenen Bundeslandes, wohl wissend, dass eine Zusammenlegung der Verwaltungseinheiten nur noch eine Frage der Zeit, weil eine Frage des Geldes, sein kann. Liebe Saarländerinnen und Saarländer lässt Euch nicht für dumm verkaufen. Diejenigen, die derzeit lauthals den Erhalt des Saarlandes fordern, sind nicht an den Saarländern interessiert sondern einzig und alleine an ihrem eigenen Vorteil.

Fakt ist, dass über eine Zusammenlegung nur die Saarländer und Rheinland-Pfälzer direkt abstimmen können. Das schreibt die Verfassung vor. Und kein Ur-Pils seliger Politiker kann daran etwas ändern. Da kann er noch so lange mit dem Schwenker schwenken. Diese Entscheidung liegt nicht in deren Hand. Dabei ist zu wünschen und bereits zu erkennen (jüngste Umfragen zeigen das), dass die Stimmung diesbezüglich langsam kippt - weg von der nostalgisch verbrämten Saartümelei hin zu einer vernünftigen Lösung, die nicht von Emotionen sondern von Sachverstand geprägt ist.

Hier könnten sich die mehr-Bürgerbeteiligung-fordernden Politiker profilieren und eine Volksabstimmung anstreben, an der im Übrigen nichts vorbei führen würde, wenn es um die Auflösung des Saarlandes ginge.

Niemand nimmt dem Saarländer seinen Schwenker, seinen Ringel Lyoner, sein Maggie, sein Ur-Pils und sein "Hauptsach gutt gess, geschafft hann mir schnell!" weg. Kähna!

Sollte der Saarländer tatsächlich seine Identität verlieren, weil er sein Bundesland verliert, dann hätte er seine Identität schon lange verloren.

Das Saarland hat schon überall dran gehangen, an Deutschland, an Frankreich, am Völkerbund... Es wurde und wird Saargebiet genannt, Muffland oder wie auch immer.
Eines hat sich dabei aber nie geändert: Es wurde immer von Saarländern bewohnt! Und genau das ist es, was uns Saarländer ausgemacht hat, ausmacht und immer ausmachen wird!

Mir sinn es Saarland!

Donnerstag, 29. März 2012

Heiko Maas' Schreiben an die Saar-SPD nach der Wahl

Diese E-Mail wurde mir freundlicherweise von einem nicht näher genannten Menschen zur Verfügung gestellt. Es handelt sich hierbei um ein Rund-Mail, die Heiko Maas am 28. März als Reaktion auf die Landtagswahl vom 25.03. an die saarländischen SPD-Mitglieder geschickt hat.

                                                                                                                                    

Liebe Genossinnen und Genossen,



das Saarland hat gewählt.  Unser großes Ziel, stärkste Partei zu werden, haben wir leider verfehlt.
Die SPD konnte aber ihr Ergebnis im Saldo um 18.000 Stimmen steigern, 6 Prozent zulegen und die Fraktion um vier neue Mandate erweitern. Zum ersten Mal seit der Landtagswahl 1994 haben wir damit wieder mehr Stimmen, mehr Prozente und mehr Sitze im Parlament. Und: Die SPD ist erstmals seit 1999 wieder in Regierungsverantwortung.
Einige Fakten zur Wahl:
  • Die SPD konnte 28.000 Stimmen von anderen Parteien neu gewinnen und 12.000 aus dem Nichtwählerbereich.
  • In allen 52 Kommunen des Landes hat die SPD ihr Ergebnis verbessern können - Teilweise um über 10 Prozent.
  • Bis auf die Altersgruppe der über 60-Jährigen liegt die SPD in allen Altersgruppen vorne.
  • Auch im Jungwählerbereich ist die SPD stärkste Partei - noch vor der Piratenpartei.
  • Besonders deutliche Zuwächse erzielt die SPD bei "einfachen Leuten", Beamten, Rentnern, Arbeitslosen und Arbeitern. 
  • In den Kompetenzbereichen Gerechtigkeit, Gute Arbeit und Bildung liegt die SPD vorne.
Trotzdem liegt die CDU vorne. Jetzt gilt es, das Beste für unser Land zu erreichen. Mit einer starken SPD in Regierungsverantwortung. Mit einer Politik für die Menschen, mit guter Arbeit und fairen Bildungschancen.
Mit dem Auftrag der Wählerinnen und Wähler werden wir verantwortlich umgehen. Glaubwürdigkeit ist das höchste Gut.
Deshalb hat der Landesvorstand einstimmig beschlossen, Koalitionsverhandlungen mit der CDU aufzunehmen und eine stabile, verlässliche Regierung zu bilden. Die SPD hält sich nach der Wahl an das, was wir vor der Wahl gesagt haben.
Jetzt wird es darum gehen, die SPD-Positionen in einem Koalitionsvertrag umzusetzen. Das werden wir mit aller Kraft tun. Wir wollen, dass unser Land eigenständig bleibt. Dafür wird die SPD in Regierungsverantwortung hart arbeiten.
In den letzten Wochen hat die SPD einen fantastischen Wahlkampf hingelegt. Noch nie war die Mobilisierung bis in den kleinsten Ortsverein so groß. Noch nie haben so viele mitgemacht - Parteimitglieder und Unterstützer von außerhalb.
Deshalb möchte ich mich auch ganz persönlich bedanken für Euer Engagement, für Eure Motivation und für Euren Einsatz.
Auch wenn wir das große Ziel verpasst haben: Das Saarland wird in Zukunft Dank der SPD wieder sozialer sein.
Solidarische Grüße
Euer
Heiko Maas
                                                                                                                                     


Unbeantwortete Fragen:
  • Was hat Heiko Maas eigentlich geritten, vor der Wahl eine alternativlose Koalitionsaussage zugunsten einer großen Koaltion mit der CDU zu treffen? Vor allem vor dem Hintergrund, dass die CDU außer der SPD im Lande überhaupt keine Alternative mehr hat.
  • Wie kann man der SPD-Basis und dem SPD-Wähler glaubhaft vermittelt, warum sich die SPD damit begnügt hinter der CDU die 2. Geige zu spielen, anstatt verantwortlich selbst den Ministerpräsidenten zu stellen (, der dann allerdings nicht Heike Maas heißen kann), und poltisch nicht nur auf dem Trittbrett mitzufahren, sondern am Steuer zu sitzen?
  • Und schließlich die mit den o.g. Fragen eng verknüpfte Frage: Kann es sich die SPD an der Saar wirklich leisten, die Befindlichkeiten Einzelner über die Interessen der Partei und ihrer Mitglieder zu stellen? Vielleicht sogar über die Interessen des gesamten Bundeslandes?
  • Am Rande: Wie befördert eine große Koalition die Eigenständigkeit des Saarlandes und ist diese Grundhaltung überhaupt noch zeitgemäß? Verliert der Saarländer wirklich seine Identität, wenn es das Saarland als Bundesland nicht mehr gibt?